PREMUDA
Die Insel

Geschichte

Premuda — von der Antike bis heute

Eine kleine Insel mit großer Geschichte: Römer, Osmanen, eine Seeschlacht aus dem Ersten Weltkrieg und der stete Kampf gegen Entvölkerung und Vergessenheit.

Geografie

Premuda ist rund neun Kilometer lang und höchstens etwa 1,6 km breit, mit einer Fläche von etwa 9 km². Sie liegt südwestlich von Silba und nordwestlich von Škarda und ist damit eine der äußersten bewohnten Inseln vom kroatischen Festland aus gesehen. Niedrige Steinmauern, Olivenhaine und duftende Macchia prägen eine von Wind und Meer geformte Landschaft.

Der Name

Auf der antiken römischen Straßenkarte, der Tabula Peutingeriana, erscheint die Insel als Pamodos. Im 7. Jahrhundert ist sie als Primodia verzeichnet, vom lateinischen primus — „die erste“ —, weil sie die erste Insel ist, die man von Nordwesten kommend im Zadar-Kanal erreicht. In alten glagolitischen Texten trug sie auch den Namen Dlačnik.

Überfälle und harte Zeiten

Im 16. und 17. Jahrhundert wurde die Insel wiederholt von osmanischen Korsaren überfallen, die Inselbewohner in die Sklaverei verschleppten. Um 1608 war die Bevölkerung auf nur wenige Dutzend Menschen geschrumpft. Premuda hat stets nah an dem gelebt, was das Meer gibt und nimmt.

Die Seeschlacht von 1918

Am 10. Juni 1918 wurde das österreichisch-ungarische Schlachtschiff SMS Szent István von zwei Torpedos des kleinen italienischen Motorboots MAS-15 unter Luigi Rizzo getroffen und kenterte vor Premuda. Es war die einzige Versenkung eines Schlachtschiffs im Ersten Weltkrieg, die auf Film festgehalten wurde. Das Wrack liegt in etwa 68 Metern Tiefe und ist ein geschütztes Kulturdenkmal mit eingeschränktem Zugang.

Eine Schule für einen einzigen Schüler

Eine Geschichte, die viel über Premuda erzählt: Lange Zeit gab es auf der Insel eine eigene Schule — für einen einzigen Schüler namens Armando. Seine Mutter hatte sich unermüdlich dafür eingesetzt, dass auch ihr Sohn auf dieser entlegenen Insel eine schulische Bildung erhält. So unterrichtete eine Lehrkraft jahrelang ein Kind allein. Auf Premuda zählt jeder Einzelne.

Premuda heute

Die Bevölkerung erreichte Mitte des 19. Jahrhunderts deutlich über 500 Menschen und ist seither stetig gesunken, als Familien nach Zadar, Rijeka und nach Übersee zogen. Heute hat das einzige Dorf nur wenige Dutzend ständige Bewohner, im Sommer deutlich mehr. Man pflegt weiterhin Oliven und Schafe und heißt zunehmend eine kleine Zahl von Gästen willkommen, die wegen der Stille, des Wassers und des Tauchens kommen.

Inselleben

Vieles läuft hier noch wie eh und je. Einige Inselbewohner fischen bis heute — meist für den eigenen Bedarf oder um die beiden Restaurants direkt zu beliefern; frischer geht es kaum. Auch Olivenöl wird von einigen Familien selbst gepresst, ganz ohne Industrie, und mit etwas Glück könnt ihr frisches Öl direkt von der Insel kaufen. Im Sommer, wenn der Regen ausbleibt, kommt regelmäßig das Tankschiff, um die Wasserzisternen der Häuser zu füllen; ein Müllschiff legt ebenso verlässlich an. Und wundert euch nicht über die vielen Autos ohne Nummernschild — auf einer Insel ohne Verkehrspolizei braucht es die schlicht nicht.

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